Wolfgang Willrich  
 

Lebensdaten

 
 
1897         
  31. März, Wolfgamg Willrich wird in Göttingen geboren. Vater: Hugo Willrich, Dr. phil. o. Honorarprofessor und Oberstudienrat am Gymnasium zu Göttingen. Sohn eines Gutspächters aus Cummerow/Pommern. Mutter: Laura Willrich, geb Jacoby, aus einer niedersächsischen Kaufmannsfamilie
1899   19. Dezember, Schwester Ingeborg wird geboren
1901   25. März. Schwester Bertha wird geboren
1911   4. Mai,   Scheidung der Eltern,  Quelle: Stammtafel des Geschlechtes Wilrich/Willrich
1915   Abitur am Staatlichen Gymnasium zu Göttingen
1915   Oktober 1915 bis Februar 1916, Schüler der Staatlichen Kunstschule zu Berlin
1916   Soldat (Inf. Reg. 251, Bat. Komp.) Kämpfe an der Ostfront, später an der Westfront in Flandern und Frankreich. Verleihung des Eisernen Kreuzes
1917   Während der Stellungskämpfe zeichnet Willrich die ersten Soldatenskizzen und Porträts seiner Kameraden
1918   Ende März, Gefangenschaft in Frankreich
1919   Der Kriegsgefangene Willrich nimmt an einem Wettbewerb zur Exlibris-Gestaltung, ausgeschrieben von der "Deutsche Kriegsgefangenenfürsorge - Bern" teil. Er erhält einen Anerkennungspreis, sein Entwurf wird im Heft "Kriegsgefangen Kunst, Exlibris" abgedruckt. Wohl die erste Veröffentlichung einer Arbeit von Willrich
1920   Der PG 391 (Wolfgang Willrich) wird aus dem Gefangenenlager Chateau Oléron entlassen
1920   bis 1927, Studium an der "Akademie zu Dresden, Staatliche Hochschule für bildende Kunst" unter Anderen bei Richard Müller, Hermann Dittrich und Georg Lühring. In diese Jahre fallen auch die Studienreisen durch Deutschland, die Schweiz, Italien und Frankreich
1923   18. April Weihe der Ehrentafel im Göttinger Gymnasium, zu der Willrich ein großes Triptychon (7,10 x 3 m) geschaffen hat. In den Festreden wird das Bild und der Künstler Willrich mit großer Anerkennung erwähnt. So Direktor Dr. Schreiber: "...so übernehme ich sie voll Dankes in den Besitz und Schutz des Gymnasiums"
1924   Anerkennung der Akademie zu Dresden für den Studierenden Willrich, Wolfgang, Schule: Richard Müller. Die Urkunde ist abgedruckt bei Peters. Nach Frau Willrich ist es nur eine von vielen Auszeichnungen. Das Original liegt im Willrich-Archiv
1927  

bis 1930, Mitglied im Tannenbergbund, ein dem General Ludendorff unterstellter völkischer Wehrverband. In diese Zeit fällt auch Willrichs Austritt aus der evang. Kirche

1927  

Staatsexamen an der Kunstakademie zu Dresden

1927   bis 1931, Biologiestudium in Dresden zur Qualifikation als Zeichenlehrer wissenschaftlicher Richtung
1931   am 29. Dezember Hochzeit mit Charlotte Herber, nun Frau Charlotte Willrich
1932   Asessorenexamen. Kurze Zeit Lehrer an einer privaten Kunstschule und an einem Gymnasium in Dresden
1933   und 1934. Tätigkeit für das Reichskulturministerium
1934   12. Mai 1934, Wolfgang Willrich wird vom Reichsbauernführer und Reichsminister, R. Walther Darré nach Berlin berufen. Im Originaltext auf entsprechendem Briefbogen heißt es: "Bescheinigung ! Der Kunstmaler Wolfgang Willrich aus Dresden-Blasewitz ist von dem Reichsbauernführer und Reichsminister R. W. Darré zur besonderen Verfügung nach Berlin berufen worden. Für seine Tätigkeit erhält Herr Willrich zunächst monatlich Rm. 500.- als Entschädigung. Der Leiter der Reichs-Verwaltungs-Hauptabteilung Bernhard"
1934   Willrich stürzt sich mit Eifer auf seine Aufgaben bei Darré. Er kann nun treu seiner Weltanschuung deutsche Gesichter zeichnen und Ausstellungen mit Referaten abhalten. Aufsätze und Bilder von ihm werden in der Zeitschrift "Odal" abgedruckt. Über den Reichsbauernführer findet er Kontakt zum Rasse- und Siedlungsamt, es beginnt eine fruchtbare Phase seiner Arbeit.
1934   Willrich wird "Förderndes Mitglied der SS (FM)" Er liebt sein Land und braucht dazu keine Parteien und Vermittler. Er war nie Mitglied der NSDAP oder ihrer Gliederungen. wurde aber von allen Seiten als mögliches Mitglied umworben. Als Himmler ihm nun einen Hohen Ehrenrang in der SS anbot, den er natürlich ablehnt, wurde er wenigstens "Förderndes Mitglied". Außer einem kleinen monatlichen Geldbeitrag entstehenn ihm keine Verpflichtungen. Mit Kriegsbeginn löst er die Mitgliedschaft auf. Für Willrich ist die geistige und organisatorische Freiheit die erste Voraussetzung für sein Kunstschaffen.
1934   am 17. August. wird das erste Kind, der Sohn Walter, geboren
1934   bis 1938. Willrich ist regelmäßig Vortragender in der HJ-Reichsführerschule Potsdam. Hier lernt er auch die Referenten Friedrich Hasselbacher den "Entlarver der Freimaurerei" und Walter Hansen, der Willrich im Kampf gegen die Moderne bei weitem übertrifft und Willrich in manch unangenehmen Prozeß hineinzieht, kennen. Mit dem Leiter Paul Minke verbindet ihn eine feste Freundschaft. Minke ist auch im VDA (Verein des Deutschtums im Ausland) führend tätig, sein Verlag (Verlag Grenze und Ausland, Berlin) erhält durch die Willrich-Bildbände große Aufmerksamkeit. Neben Darré ist Paul Minke wohl der größte Förderer Willrichs.
1935   2. Juli. bis 15. August. Gauausstellung Westfalen-Süd, eine Wanderausstellung zum Thema: Rasse - Sippe - Siedlung
Die "Irminsul", Gemälde von Wolf Willrich, hängt im Raum 1 (Eingangshalle).
1937   am 22. Januar, wird das zweite Kind, die Tochter Gerda geboren
1937  

5. Juni bis 4. Juli, Ausstellung Graphik und Kleinplastik im Haus der Kunst, Berlin, Königsplatz 4. 3 Zeichnungen und 1 Skizze sind ausgestellt:

       •  Frauenkopf, Zeichnung, Nr. 318 in Saal 16

       • Mädchenkopf, Zeichnung, Nr. 319 in Saal 16

       • Studie zum Wandbild, Zeichnung, Nr. 320 in Saal 16

       • Soldatenbegräbnis, Skizze, Nr. 321 in Saal 16

1937   18. Juli bis 31. Okt. Große Deutsche Kunstausstellung 1937 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich 1 Bild ausgestellt:
  • Edles Blut (in Tempera) Nr. 843 im Saal 32
1938   am 29, April wird das dritte Kind, die Tochter Thora geboren
1938   10. Juli bis 16. Okt. Große Deutsche Kunstausstellung 1938 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich 3 Bilder ausgestellt:
  • Deutsche Familie (Mischtechnik) Nr. 1121 im Saal 33
  • In der Heide (Mischtechnik) Nr. 1122 im Saal 33
  • Bauerntochter aus Niedersachsen (Rötelzeichnung) Nr. 1123 im Saal 30
1939   16. Juli bis 15. Okt. Große Deutsche Kunstausstellung 1939 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich 5 Bilder ausgestellt:
  • Gedeihendes Leben (Mischtechnik) Nr. 1278 im Saal 33
  • Altbauer aus dem Ries (Zeichnung) Nr. 1279 im Saal 30
  • Illegale BDM.-Führerin aus Kärnten (farbige Zeichnung) Nr. 1280 im Saal 30
  • Steirische Bauerntochter (farbige Zeichnung) Nr. 1281 im Saal 30
  • Nordfriesische Jungbäuerinnen (Kreide) Nr. 232 (919) im Saal 30 (Am 12. Nov ergänzt)
1939   1. September. Gleich mit Kriegsbeginn meldet Willrich sich als Kriegsfreiwilliger. Die Absage, aus Altersgründen, ist für den Künstler nur eine Herausforderung, sein künstlerisches Können trotzdem in den Dienst für sein Land zu stellen.
1939   14. September. Willrich schreibt an Generalmajor Erwin Rommel. Nach einer Schilderung der Absage als Kriegsfreiwilliger, endet der Brief wie folgt: "Vielleicht läßt sich mein Zivilberuf als Maler in der Zwischenzeit irgentwie im Dienst der Kriegsgeschichte verwenden, sei es nun, dass es darauf ankommt, hervorragend tüchtige Menschen als Vorbilder festzuhalten oder besondere Szenen und Ereignisse, die über das Mass der blos aktuellen Fotoberichterstattung hinaus Ewigkeitswert besitzen."
1939   U-Boot Ausfahrt. Durch Vermittlung des VDA (MinKe) und hoher Militärs erhält Willrich vom Oberkommando der Kriegsmarine die Erlaubnis, Männer der U-Bootwaffe, in ihren U-Booten bei der Verrichtung ihres Dienstes, zu zeichnen. Besonders der Mannschft Günther Priens auf U-47 hat Willrich ein Denkmal gesetzt.
1940   25. Januar bis 25. Februar, Polenfeldzug und U-Boot-Krieg in Bildern und Bildnissen. Zusammen mit 15 Malern und Graphikern stellt Willrich erstmalig seine Militärporträts aus. (Siehe auch: "Die Kunst im Deutschen Reich" 1940, Folge 2 und NS Monatshefte Febr. 1940, Heft 119, Seite 119) Willrich beteiligt sich mit 23 Bildnissen von Männern unserer U-Boote. Die Qualität der Zeichnungen auf dieser Ausstellung bewirken nunmehr Willrichs Einberufung vom OKW als Kriegsmaler.
1940   Februar, Haus der Kunst in Berlin. Graphikausstellung und Kollektivausstellung von Wolfgang Willrich
1940   Juli bis Oktober. Große Deutsche Kunstausstellung 1940 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich 7 Bilder ausgestellt:
  • Führerin der deutschen Frauen in Rumänien (farb. Kreidezeichnung) Nr. 1349 im Saal 30
  • Tiroler Bauer I (farbige Zeichnung) Nr. 1350 im Saal 30
  • Tiroler Bauer II (Zeichnung) Nr. 1351 im Saal 30
  • Steirische Bergbäuerin (farbige Zeichnung) Nr. 1352 im Saal 30
  • Junge Frau aus Siebenbürgen (Zeichnung) Nr. 1353 im Saal 30
  • F. Neumann (Zeichnung) Nr. 1354 im Saal 30
  • Bäuerliches Liebespaar (Mischtechnik) Nr. 1355 im Saal 33 Nr. 1349 im Katalog abgebildet, Nr. 1351 verkauft
1940   9. August, Willrich ist gemeldet beim Truppenteil: Prop. Ers. Abt. Potsdam. Quelle: Deutsche Dienststelle, Berlin
1940   November. Die erste Ausstellung des Deutschen Frauenwerkes, die in Berlin im Gästehaus der Reichsfrauenführung eröffnet wurde, gilt den Werken im Felde stehender Berliner Künstler. Mit Willrich stellen 32 Künstler 120 Arbeiten aus. (Quelle: Frauenwarte, Heft 10. Nov. 1940)
1941   Juli bis auf weiteres. Große Deutsche Kunstausstellung 1941 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich 10 Bilder ausgestellt:
  • Oberstleutnant Mölders (farbige Zeichnung) Nr. 1294 im Saal 30
  • Oberstleutnant Schuhmacher (farbige Zeichnung) Nr. 1295 im Saal 30
  • Kapitänleutnant Schuhart (farbige Zeichnung) Nr. 1296 im Saal 30
  • Oberst Bräuer, der erste deutsche Fallschirmjäger (farbige Zeichnung) Nr. 1297 im Saal 30
  • Korvettenkapitän Prien (farbige Zeichnung) Nr. 1298 im Saal 30
  • Großadmiral Dr. h. c. Raeder (farbige Zeichnung) Nr. 1299 im Saal 30
  • U-Bootskommandant Frauenheim (farbige Zeichnung) Nr. 1300 im Saal 30
  • General Rommel (farbige Zeichnung) Nr. 1301 im Saal 30
  • U-Boots-Wachoffizier (farbige Zeichnung) Nr. 1302 im Saal 30
  • Jagdflieger Uffz. Heilmayer (farbige Zeichnung) Nr. 1303 im Saal 30 Nr. 1294 im Katalog abgebildet.
1942   26. April, Willrich ist gemeldet beim Truppenteil: 1. Prop. Eins. Kp. Quelle: Deutsche Dienststelle, Berlin
1942   29, Juli, Schreiben der Propaganda-Einsatz-Abteilung; "Der Wachtmeister Wolfgang Willrich wird gem. Vfg. des Chefs der Propagandatruppen mit Wirkung vom 29. Juli mit einer Stelle als Sonderführer (Z) beliehen. Planstelle: Staffel der bildenden Künstler (als Bildender Künstler) gez. Gehring, Major und Abteilungskommandeur"
1942   Juli bis auf weiteres. Große Deutsche Kunstausstellung 1942 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich 3 Bilder ausgestellt:
  • General Meindl (farbige Zeichnung) Nr. 1179 im Saal 30
  • Kapitänleutnant Schepke (farbige Zeichnung) Nr. 1180 im Saal 30
  • Panzerfahrer (farbige Zeichnung) Nr. 1181 im Saal 30
1943   Juni bis auf weiteres. Große Deutsche Kunstausstellung 1943 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich keine Bilder ausgestellt
1943   Am 24. August leistet Willrich die Anzahlung für einen Terrakotta-Kopf von Prof. Otto Schließler. Wolfgang Willrich sah die Arbeit im Haus der Deutschen Kunst und war begeistert. Die Büste "Bildnis eines jungen Mannes" stand im Saal 30 unter der lauf. Nr. 848
1944   Juli bis auf weiteres. Große Deutsche Kunstausstellung 1944 im Haus der Deutschen Kunst zu München von Wolfgang Willrich keine Bilder ausgestellt
1944   23. Dezember, Willrich ist gemeldet beim Truppenteil: Stabskp. (Pers. Amt) d. Oberkdo. des Heeres. Quelle: Deutsche Dienststelle/Bln.
1945   14. April, Willrich kommt in Kriegsgefangenschaft. Die Amerikaner bringen Willrich in eines der sog. Hungerlager nach Frankreich.
1946   28. Januar, Willrich wird schwerkrank vorzeitig entlassen
1948   18. Oktober, Todestag des Künstlers Wolfgang Willrich. Verstorben in Göttingen

 

 

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